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UNTERBöHRINGEN
"Der Erfolg lässt alle Mühen vergessen", sagt Isolde Pesavento
und lächelt. Sie spricht gerne über die Musicalprojekte, die sie -
gemeinsam mit ihrem Mann und in Kooperation mit der Degginger Realschule,
an der Christiano Pesavento unterrichtet - in den vergangenen Jahren
realisiert hat:
Das Peter-Maffay-Kinder-Musical "Tabaluga und Lilly", "Balu
und Co.", eine Mixtur aus Disney-Musicals, heuer "Der kleine
Tag". Ein hartes Stück Arbeit sei das jedes Mal, erzählt die 43-Jährige,
zwei Jahre intensive Vorbereitung, ein Projekt, in das ihre gesamte
Familie einbezogen wird.
Wenn sie über die jüngste Aufführung, "Der kleine Tag",
spricht, werden ihre Bewegungen intensiver und ihre Augen leuchten:
"Da waren so viele Emotionen", schwärmt sie, "das war auf
jeden Fall noch eine Steigerung gegenüber den früheren Aufführungen".
Sie hat dabei die Erlebenswelt der Kinder im Sinn, die sich auf wunderbare
Weise mit den Projekten identifizieren. Die Erfahrung, vor Publikum
aufzutreten, stärke ihr Selbstbewusstsein, sagt sie. Eine Erfahrung, die
das ganze Leben prägen kann.
Isolde Pesavento hat diese Erfahrung gemacht. Nach ihrer Schulzeit in
Geislingen wechselte sie in der elften Klasse auf ein Internat mit
Schwerpunkt Musik in Sachsenheim. Auch dort gab es Aufführungen vor
Publikum. "Hier hatte ich zum ersten Mal in einer Schule das Gefühl,
ich werde ernst genommen und bin keine Nummer", erzählt sie. Und
noch etwas hat sie dort gespürt, das sie heute an ihre eigenen Schüler
weitergeben möchte: "Die Vorraussetzung dafür, dass der Kopf
aufgeht, ist, dass man sich wohl fühlt". Ihr ist wichtig, dass Schüler
Anerkennung erfahren. "Hänseleien dulde ich nicht".
Mit vier Jahren begann die gebürtige Geislingerin, Klavier zu spielen.
"Ich hatte musikalisch sehr interessierte Eltern", erzählt sie.
Die gaben ihre Begeisterung an die Tochter weiter. Als sie 13 war, fragte
der Pfarrer beim Vater an, ob das musikalische Kind nicht die Kirchenorgel
spielen wollte.
Es wollte und empfand es als sehr befriedigend, dass diese Art des
Musizierens im sonntäglichen Spiel "einen Sinn" hatte.
Nach dem Abitur studierte Isolde Pesavento an der Pädagogischen
Hochschule in Gmünd Musik, Englisch und Geographie mit Schwerpunkt
Hauptschule. Dort lernte sie auch ihren Mann kennen. Nach ihrem
Vorbereitungsdienst wartete sie auf eine Stelle, machte
Krankheitsvertretungen, zum Beispiel an der Förderschule Süßen und der
Messelberg-Werkrealschule Donzdorf. Besonders schöne Erinnerungen hat
Isolde Pesavento an eine Aussiedler-Förderklasse, die sie an der Grund-
und Hauptschule Deggingen unterrichtete: "Wir konnten uns nur mit
Zeichensprache oder Bildern verständigen". Umso mehr freute sie
sich, wenn ein Schüler in die Regelklasse eingegliedert werden konnte.
"Ich konnte diese Erfolge unmittelbar sehen", erzählt sie. Zu
vielen dieser ehemaligen Schüler hält sie heute noch Kontakt.
Zwischen diesen Vertretungsstellen bekam sie die beiden Kinder, der Sohn
ist heute 16, die Tochter zwölf Jahre alt. 1993 wurde sie in den regulären
Schuldienst in die Grundschule Bad Überkingen übernommen. Jetzt, nach
zehn Jahren, bewarb sie sich auf die frei werdende Stelle als
Schulleiterin in Unterböhringen. Dass sie die Stelle bekommen würde,
entschied sich in den Sommerferien, kurz vor Schulbeginn. Sie macht eine
wegwischende Handbewegung:
"Ach, das war keine große Umstellung". Die Kolleginnen habe sie
schon gekannt, und mit 68 Kindern sei die Schule ja übersichtlich.
"Klar, der Organisationsaufwand ist größer und ich habe gewisse
Repräsentationspflichten. Aber durch die Projekte bin ich daran gewöhnt".
Sie unterrichtet weiterhin 20 Stunden und hat eine eigene Klasse.
"Das ist, was mir Spaß macht", sagt sie.
Genauso wie ihre Schüler sollen sich Eltern und Kolleginnen wohl fühlen.
Sie möchte im Team arbeiten und sich "nicht als Chef fühlen".
Das funktioniere sehr gut, versichert sie bestimmt.
Musik ist nach wie vor in Isolde Pesaventos Leben. Sie singt im "s Chörle"
des Liederkranzes Weiler. Dort reicht das Repertoire von Pop-Songs bis zur
Volksmusik. Und irgendwann wird es wieder ein Musical-Projekt geben,
vielleicht sogar ein selbst geschriebenes. Auch wenn es viel Arbeit ist -
was Kinder und Erwachsene aus den Aufführungen mitnehmen, sei etwas ganz
Besonderes: "Eine bleibende Erinnerung an ein wunderbares
Erlebnis."
Ganz
persönlich
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Mein
Lieblingsbuch ist "Momo" von Michael Ende.
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Mein
Traum-Urlaubsziel ist Neuseeland.
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Meine
Lieblingsbeschäftigung ist Arbeit mit Kindern.
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Meine
größte Schwäche ist, dass ich nichts abschlagen kann.
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Meine
Stärke ist Spontanität.
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Wenn
ich Millionär wäre, würde ich bedürftigen Kindern helfen.
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Wenn
ich nochmal zur Welt käme, würde ich alles wieder so machen.
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